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ver.di fordert stärkere Tarifbindung! Allgemeinverbindlichkeit für den Einzelhandel gefordert!

20.04.2017

ver.di Südbaden wünscht sich eine Stärkung des Tarifvertrags. Nur noch gut jeder zweite Beschäftigte arbeite unter einem solchen Vertrag - eine „Tarifflucht“ breite sich auch in Südbaden aus.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat eine deutliche Stärkung der Tarifbindung in Deutschland gefordert. „Die Tarifbindung ist stark erodiert. „Die Gewerkschaften fordern eine neue Sicherheit der Arbeit“, so die Gewerkschaft:. „Priorität muss dabei eine Stärkung der Tarifbindung haben. Für die laufenden Tarifverhandlungen im baden- württembergischen Einzelhandel fordert die Gewerkschaft die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages, damit alle Verkäuferinnen davon profitieren können.

Für die Mehrzahl der Beschäftigten gilt zwar ein Tarifvertrag. Doch der Grad der Bindung ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. So seien in Westdeutschland noch 59 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden, in Ostdeutschland nur 49 Prozent, wie ver.di unter Berufung auf eine Aufstellung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sagte. Die Folge sind häufig Dumping-Löhne und die Unterwanderung von Mindestlöhnen.

Besonders wenig Tarifbindung gebe es im Einzelhandel (West: 43, Ost: 30 Prozent). Bei kleineren Betrieben mit unter 50 Mitarbeitern falle die Tarifbindung im Schnitt stark ab.
„Eine Tariferhöhung gibt es noch nicht, wenn beispielsweise Edeka draufsteht. Erst wenn sich der selbständige Kaufmann dem Arbeitgeberverband anschließt, gibt es Tarifsicherheit für seine Beschäftigten!“ erläutert die Gewerkschaft.

„In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder die Erfahrung gemacht, dass durch Neugründungen von Gesellschaften der Ausstieg aus der Tarifbindung komfortabel gelingt und Tarifflucht erleichtert wird“, erläutert die Gewerkschaft ver.di.

Sie forderte: „Dem würde ein Riegel vorgeschoben, wenn Tarifverträge kollektiv nachwirken würden, bis sie durch einen neuen Tarifvertrag ersetzt sind.“ Zudem müsse es leichter werden, Tarifverträge bei niedriger Bindung für ganze Regionen oder Branchen für allgemeinverbindlich zu erklären, wie dies für den Einzelhandel dringend notwendig sei.

Ärgerlich sei auch, wenn lediglich über den Arbeitsvertrag eine Orientierung an den Flächentarifvertrag vorgenommen werde. Durch mögliche Änderungskündigungen sei keine Rechtssicherheit für die Arbeitnehmer gewährleistet. Die Arbeitgeber versuchten damit Abwanderungsbewegungen ihrer Mitarbeiter zu anderen Unternehmen zu verhindern. Damit beteiligten sich die Firmen aber nicht an den Kosten für das Zustandekommen des Flächentarifvertrages, profitierten aber davon. Daher seien Überlegungen nach Schweizer Vorbild notwendig, dass sich alle Marktakteure an den Kosten der Tariffindung zu beteiligen haben, fordert die südbadische Gewerkschaft.

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